Ankersteinhaeuser – Herzlich Willkommen

7. April 2008

Wie alles begann…

Filed under: Die Baumeister — admin @ 16:39

Wie kommt man darauf, sich eine knappe Tonne Kalkstein in die Wohnung zu holen und Kirchen draus zu bauen? Lange Geschichte.

Unser Vater hatte als Kind einen Steinbaukasten von irgendwem geschenkt bekommen – noch in den 50er Jahren. Damals unbezahlbar und so gut wie nicht zu beschaffen, war er sein absolutes Heiligtum.

Er kannte tatsächlich fast jeden einzelnen Stein, jedenfalls jeden der sieben Doppelsteine, ebenso die acht roten Ganzen und das zerbrochene Riemchen… Viel später, als wir Brüder alt genug waren, um zu begreifen was man mit Bausteinen machen kann, hat uns unser Vater diese Steine zum ersten Mal gezeigt. Zunächst nur unter seiner Aufsicht, später sehr selten auch zu zweit entstanden aus den abgewetzten Steinen zierliche Türmchen, mal ein kleines Haus – für mehr reichte das Material nicht.

Noch etwas später, es muss Mitte der 90er gewesen seit, entdeckte unser Vater die “Ankerstones” im Supermarkt um die Ecke. So bekamen wir zu Weihnachten zwei 5-kg-Koffer (“Großer Bausteinkoffer”), mit denen etwas größere Projekte möglich wurden. So entstand eine winzige Kirche (sie kann nicht höher als 30 cm gewesen sein) an einem Weihnachtsabend Ende der 90er. Wir (und, so leid es uns heute tut, auch unsere Mutter) entdeckten, dass Ankerstones im Grunde, kein Spielzeug für Kinder sind. Staubig, schwer, zerbrechlich, ganz anders als das geliebte Lego, so dass die Steine sicher acht Jahre Lang unbenutzt herumlagen.

Irgendwann um 2003 herum, stieß ich bei ebay rein zufällig auf ein Angebot für Ankerstones – die astronomische Menge von 30 kg stand dort zum Verkauf. Für relativ kleines Geld kauften wir schließlich 30 kg Steine und 10 kg Steinmehl und Krümel, geschuldet der UNSITTE, diese wunderbaren Steine als Schüttgut zu behandeln. Zu unserem Leidwesen haben auch heutzutage die Händler noch nicht begriffen, was für ein Frevel das ist…

Ein echtes Interesse für die Steine entstand erst 2007 wieder. Ich zog in meine eigene (recht große) Wohnung in Leipzig, Markus war inzwischen Arzt und so hatten wir sowohl den Platz als auch die Mittel um über ernsthaftes Bauen nachzudenken. Wir fanden einen Händler nahe Leipzig, der nach dem Konkurs der Herstellerfirma die gesamten Vorräte (300 Tonnen) der Steine aufgekauft hatte und in gewaltigen Papiersäcken in seiner Garage lagerte. Auf der Rückfahrt von diesem ersten Einkauf telefonierte ich mit Siggi.

Siggi: Habt ihr Steine gekriegt?

Lorenz: Ein paar…

Siggi: …Kilo?

Lorenz: Zentner…

Siggi: Was, ein ZENTNER???

Lorenz: Naja, ein paar…

 

So schnell kann’s gehen. Inzwischen haben wir ein paar mal nachgekauft und Siggi toleriert die Steine in unserer Küche – so wie ich die Pflanzen im Wohnzimmer.

In diesem Sinne, Bis bald, der Law

 

2 Kommentare »

  1. Hi,
    falls es dich interessiert was aus den Steinen geworden ist. Da ich selbst ein ähnliches Interesse an den Steinen entwickelt hatte, habe ich ein bisschen recherchiert, im Markenregister gesehen dass der Name Anker-Sones gesperrt wurde wegen Patentschutz des Namens. Jedenfalls habe ich bei der Firma angerufen um genau zu wissen was aus den Steinen geworden ist.
    Sie werden jetzt unter dem Namen Kingstones hergestellt: http://www.kingstones.de

    Ich habe so einen Basiskasten bestellt, fand aber dass die relativ mager sind. Selbst empfehlen kann ich eher die Steine je nach Form als Kiloware zu kaufen, da die Kästen noch nicht ganz ausgefeilt sind was die Steinanzahl betrifft und die Bestückung.

    Tipp für deinen Thread, vielleicht kannst du ja ein paar Bauanregungen oder ganze Bauplaene von dir veröffentlichen. Das wäre auch ganz interessant.

    Kommentar by Ilmsi — 25. August 2008 @ 19:33

  2. Jetzt habe ich auch deine Zwei Hauptprojekte gesehen :)
    Respekt, hat bestimmt massig Zeit und Geld gekostet. Wünscht ich hätte soviel Steine :). Jetzt wo ich recherchiert hatte, hab ich gemerkt dass die Steine garnicht so unbekannt sind. Einige Studienfreunde haben auch noch ihre Kästen und können auch nicht davon loslassen.
    Einzige Problem ist nur, dass man alle Steine jedesmal wieder feinsäuberlich gestapelt wegraeumen muss, da sie sonst Schaden nehmen.
    Passen tun die Steine perfekt zur LGB-Modellbahn, da sie die richtige Steingrösse haben. Nur sind sie nicht wetterfest für den Garten.
    Hab uebrigens ein Geschäft gefunden was noch alte Bestände von Anker-Stones hat und in deiner Nähe (bei Leipzig) liegt:
    http://www.sonderposten-kusnik.de/

    Viel Spass bei deinen weiteren Projekten.

    Kommentar by Ilmsi — 25. August 2008 @ 20:17

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